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Der
Weg nach Zemo Swaneti
Mann kann
es sich einfacher machen und im Sommer sich in Georgischer Hauptstadt
Tbilisi in ein kleines Flugzeug setzen und eine Stunde später auf einer
großen Wiese - Landebahn in Mestia - aussteigen. Doch dabei lässt man
sich eine unvergessliche Erfahrung entgehen: die Autofahrt durch die Schlucht
des Flusses Inguri in die abgeschiedene Bergwelt Swanetis hoch hinauf.
Es ist, meiner Meinung, wohl die spektakulärste Strecke in der ganzen
Region.
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Latali
Zirka zehn
Kilometer vor Mestia, an der Stelle, wo der wilder Fluss Mulchura in Inguri
mündet und seinen gewaltigen Strom mit eigener Energie noch mehr ankurbelt,
liegt Latali, das ehemalige Vorposten des Freien Swanetis. Der Vorposten
der Freiheit war auch ihre letzte Hochburg, die erst im Jahre 1878 nach
jahrelangem Widerstand die Übermacht der russischen Invasoren akzeptierte.
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Lendjeri
Wer zum erstem
Mal als Tourist nach Mestia fährt und von vielen imposanten Wehrtürmen
träumt, springt, erfahrungsgemäß, schon etwas früher aus dem Auto, und
zwar ca. fünf Kilometer vorher, wenn der Wagen sich Soli, einem Teil Lendjeri,
nähert. Ein wahres Museum unter dem freien Himmel vor der umwerfenden
Kulisse der Tetnuldi und Laila Bergmassive.
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Mulachi
Wie eine
überdimensionale Pyramide erhebt sich der majestätische Tetnuldi, dessen
gewaltige Gletscher unter anderen auch Mulchura Fluss nähren. Zu seinen
Füßen in einem malerischen Tal liegen die kompakten Mulachi Dörfer. In
Lachiri, einem davon, findet man die besonders gut erhaltenen frühmittelalterlichen
Wohn- und Verteidigungskomplexe. Vor den Hunden sollte man sich in Mulachi
in Acht nehmen.
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Adischi
Sogar in
Zemo Swaneti, dem am meisten entlegenen Region Europas, gibt es Gegenden,
die sogar für lokalen Verhältnisse selbst als entlegen gelten. Adischi
liegt in der Höhe weit über 2100 Meter und könnte Uschguli, dem "offiziellen"
höchsten Dorf Europas locker Konkurrenz machen. Doch diese Tatsache ist
fast der einzige Trost für die wenigen noch da gebliebenen Dorfbewohner.
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Uschguli
Seit einigen
Jahren steht Uschguli, das höchste Dorf Europas (2200 m über dem
Meeresspiegel), dass kurz davor noch auf mehr als tausend Einwohner stolz
sein dürfte, vor dem endgültigen Aussterben. Um die verbliebenen Haushalte
zu zählen, hätten einem seine zehn Finger gereicht. Doch seit dem einige
georgische NGOs den sanften Tourismus in Swaneti fördern, gibt es für
Uschguli eine neue Hoffnung.
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Quirikoba
Fest in Ligurki Kirche bei Kala
Das große
Fest zu Ehren des heiligen Quirikus, Schutzpatronen Swanetis, und seiner
Mutter Julitta ist das wichtigste Fest in ganz Swaneti. Die ekstatischen
Gebete zum eindringlichen Läuten der Kirchenglocke, Blut der Opferziegen
auf dem Grass, herb duftende Kessel Rand voll mit Fleisch, Lieder und
Tänze, das Kräftemessen, Freude vom Wiedersehen und hemmungslosen Trinken
- ein wahrhaftiger Höhepunkt des swanischen Festkalenders.
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Lamproba
Fest in Lendjeri
Das
Fest der Fackeln (Lampari) wird in Lendjeri in zwei Folgen gefeiert. Am
ersten Abend versammeln sich die Dorfbewohner um ihre Familienkirchen
mit Friedhöfen, um die Verstorbenen mit viel Feuer und Alkohol zu gedenken.
Dazu wird, wie bei jeder Trinkgelage (die bei Swanen, allerdings, ein
überaus religiöses Charakter trägt), reichlich Selbstgebranntes auf die
Erde gegossen. Am frühen Morgen des übernächsten Tages kommen sie wieder
alle zusammen, um in ein gemeinsames Feuer ihre Familienfackeln zu legen
und zu beten.
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Limcheri
Fest in Latali
In 2780 m
Höhe auf dem Berg Mucher steht die Mucheri Kirche der Latali Gemeinde,
die höchstliegende Kirche Europas.
Früher fand dort das Limcheri Fest im Winter statt. Jedes Jahr musste
eine Sippe drei Tage vor der Feier sieben Männer stellen. Sie sollten
im meterhohen Schnee mit Hilfe eines Baumstammes den Aufstiegsweg für
die ganze Dorfgemeinde vorbereiten. Doch in einem Winter vor ca. 200 Jahren
verunglückten die Sieben. Man verlegte das Winterfest in eine andere Kirche
unten. Die Kirche auf dem Berg zerfiel. Aber seit dem sie restauriert
wurde, feiern die Latalianer oben das zweite Limcheri Fest auch im Sommer.
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Lignaschali
Fest in Latali
Dieses Fest
ist einzigartig. Obwohl es mit der Zeit sich die christlichen Züge aneignete,
ist es schon über 5000 Jahre alt und soll noch von den Sumerern stammen.
Es ist, wahrscheinlich, das Sumerische Neujahrsfest. Diese Tradition wird
nur in Latali und nur von zwei großen verwandten Sippen aufrechterhalten.
Es ist auch das einzige religiöse Fest in Swaneti, das, im Gegensatz zu
den anderen, von den Orthodoxen Priestern nicht anerkannt wird.
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Der letzte
Weg
Dass es in
Swaneti für viele Lebensbereiche am Platz fehlt, macht sich bei Beerdigungen
auf eine makabere Art bemerkbar. Die Angehörigen einer Sippe haben nur
ein knappes Friedhofsgrundstück an Ihrer Kirche. Deswegen bestatten sie
ihre Verstorbenen ca. alle 30 Jahre übereinander. Beim Ausheben des Grabes
werden oft die Gebeine der "Vorgänger" durchwühlt...
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